Jeder ist Tänzer – Inklusives Tanz- und Theaterprojekt „Eznerg“ feiert Premiere

Wer mittwochs abends am Pina-Bausch-Raum der Fachhochschule vorbei geht, hört schon von Weitem Musik und aufgeregte Stimmen. Schnell wird klar: hier wird geprobt. Junge Menschen laufen durcheinander, üben Texte und Schritte oder malen Kulissen an. An der Wand hängt ein Zitat der Künstlerin Pina Bausch: „Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt“. Eine Frau bahnt sich den Weg durch die Gruppe. Es ist Cora Georgi, die schon während ihres Studiums den Wunsch hatte, ein ganz besonderes Projekt durchzuführen. Nun hat sie dazu Gelegenheit: Zusammen mit der Theaterpädagogin Anja Ziegeldorf und Medientrainern des Bennohauses trifft sie sich seit April einmal wöchentlich mit 20 jungen Menschen, um gemeinsam das inklusive Tanz- und Theaterprojekt „Eznerg“ auf die Beine zu stellen.

Menschen mit und ohne Behinderung stehen im inklusiven Tanztheater „Eznerg“ gemeinsam auf der Bühne.

Menschen mit und ohne Behinderung stehen im inklusiven Tanztheater „Eznerg“ gemeinsam auf der Bühne.

Neben elf Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit sind auch neun Menschen mit Behinderung beteiligt. Die Teilnehmer entschieden, sich mit den Themen „Kontakt“ und „Grenzen“ zu beschäftigen. Mit der Zeit ist daraus der Projekttitel „Eznerg“ (Grenze rückwärts gesprochen) geworden. Die Teilnehmer wollen durch das Stück vermitteln, dass jeder Mensch seine eigenen Grenzen hat, die er erkennen und respektieren sollte. Genauso wichtig ist es, dass die Menschen sich darüber bewusst werden, was sie bewegt.

Während der letzten Monate entstand so ein gefühlvolles Tanztheaterstück, das nun am kommenden Wochenende Premiere feiert. Durch das Tanzen lernten die Teilnehmer, ihren Gefühlen mit dem Körper Ausdruck zu verleihen und über sich selbst hinauszuwachsen. Ein weiteres Ziel ist es, den jungen Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit zu geben, sich kreativ auszudrücken und ihre medialen Kompetenzen zu erweitern. Während der gesamten Zeit wird das Projekt von Teilnehmern und Medientrainern aus dem Bürgerhaus Bennohaus filmisch begleitet. Die Besonderheiten der Teilnehmer wie z.B. ein Rollstuhl werden dabei als Chance gesehen, um ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Am Ende entsteht daraus ein Dokumentarfilm, der im nächsten Jahr in einem Münsteraner Kino der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Vor allem, und das merkt man sofort, hat die Gruppe viel Spaß miteinander und ist über die Projektarbeit zusammengewachsen. Die fröhliche Stimmung steckt an.

Das Stück wird am 8. Dezember um 20 Uhr und am 9. Dezember um 15 Uhr auf der Studiobühne Münster am Domplatz aufgeführt. Es können nur noch wenige Karten an der Abendkasse gekauft werden. Weitere Informationen unter http://jeder-ist-ein-tänzer.de.

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